ÖFFENTLICHE SITZUNG DES PLANUNGSAUSSCHUSSES
30.4.26, 16.00 UHR IM RATHAUS
Interessensgemeinschaft Felsen- und Holzstraße:
Im Juni 2025 erfuhr die Anwohnerschaft eher beiläufig – vor allem über Zeitungsberichte – von vorgesehenen Baumaßnahmen eines Investors in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes „Steinbruch Broich“. Eine frühzeitige Information oder Einbindung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger hatte bis dahin nicht stattgefunden. Aus dieser Situation heraus entstand eine Bürgerinitiative, die sich mit den Planungen und ihren möglichen Folgen auseinandersetzen wollte.
Zu Beginn stand vor allem die Irritation über die fehlende Transparenz im Verfahren im Vordergrund. Viele Anwohnerinnen und Anwohner hätten nichts grundsätzlich gegen eine behutsame Entwicklung des Areals, sofern diese unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und Interessen erfolgen würde. Mit zunehmender inhaltlicher Befassung wurde jedoch deutlich, welche besondere Bedeutung die betroffene Fläche besitzt: Sie ist ein ökologisch wertvoller Grünraum mit hoher Relevanz für Natur-, Arten- und Klimaschutz und stellt einen wichtigen Bestandteil der grünen Mitte Broichs dar.
Im Rahmen der weiteren Prüfung wurde zudem klar, dass erst die Einleitung und Eröffnung eines neuen Bauleitplanverfahrens die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen würde, bislang weitgehend unbebaubare und ökologisch sensible Teilflächen überhaupt für eine Bebauung zu öffnen. Vor diesem Hintergrund wirft die geplante bauliche Entwicklung, die vor allem hochpreisiges Wohnen vorsieht, aus Sicht der Initiative erhebliche Fragen auf – insbesondere im Hinblick auf bestehende gesetzliche Vorgaben, fachliche Empfehlungen sowie die erklärten klima- und stadtentwicklungspolitischen Zielsetzungen der Stadt Mülheim an der Ruhr.
Zusätzliche Besorgnis entstand durch den teilweisen Abriss eines historischen Villenensembles, der ohne umfassende vorherige Information der Öffentlichkeit erfolgte und möglicherweise vermeidbar gewesen wäre. Diese Vorgänge verstärkten den Wunsch nach Aufklärung und einer transparenten Diskussion der weiteren Planungsschritte.
Inzwischen hat die Bürgerinitiative zahlreiche Stellungnahmen, Gutachten und fachliche Einschätzungen zu den unterschiedlichen Aspekten des Bauleitplanverfahrens zusammengetragen. In enger Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden sowie im Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern aller politischen Fraktionen setzt sie sich für Transparenz, eine ernsthafte Bürgerbeteiligung und einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser besonderen Fläche ein. Ziel ist es, den Charakter dieses wertvollen Grünraums zu bewahren, seine wichtige Klimaausgleichsfunktion langfristig zu sichern und eine Bebauung – sofern sie überhaupt erfolgt – auf ein verträgliches Maß zu begrenzen, damit dieser Ort auch für kommende Generationen erhalten bleibt.
DAS BAUFELD Y16 : FELSENSTRASSE / AM STEINBRUCH BROICH
NATURSCHUTZ
KLIMASCHUTZ
DENKMAL
WAS TUN?
INVESTOR
Der Investor (ANMA Beteiligungsholding Aktiengesellschaft) plant:
- Teilabriss des historischen Villenensembles mit stadtgeschichtlicher Bedeutung (bereits vollzogen)
- Maximale Bebauung sämtlicher Biotopflächen mit mehrstöckigen Bürogebäuden und exklusiver Wohnbebauung
unter Inkaufnahme von
- Verlust der vorhandenen naturschutzrelevanten Grünflächen mit Klimaausgleichswirkung für den gesamten Stadtteil
- Beeinträchtigung/ Zerstörung ökologisch- und artenschutzrelevanter Grünflächen (Uhu, Kreuzkröte, Fledermausarten, Altbaumbestand, besondere Böden > Entwässerung)
- Verschlechterung der Verkehrs- und Parksituation im Umfeld
VERWALTUNG
- Eigene Handlungskonzepte (Erhalt von unversiegelten Flächen > „Grüne Mitte Mülheim“)
- Eigene Planungsvorgaben
- Beschlüsse der Politik (Erhalt)
- Empfehlungen der Naturschutzbehörden (LANUK)
- Wahrung der Nachbarrechte
- Drohende Klimabelastung
- Verlust baukultureller Wurzeln
BÜRGER & POLITIK
STATUS QUO
Was wir heute schützen, schützt morgen uns